Niederhelfenschwil SG

Begeisterung mit dem Quantett Johannes Kobelt

Die Stiftung Kobesenmühle hatte zusammen mit dem Bildungsprogramm Niederhelfenschwil zum traditionellen Vor-Pfingstkonzert eingeladen.

Das Trio Johannes und Katharina Kobelt sowie Adrian Bodmer begeisterten während zwei Stunden die Gäste in der lauschigen Mühle, vor deren Türe der Kobesenbach mächtig und wild der Thur entgegen rauschte.

Einmal mehr hatte Petrus ein besonders Augenmerk auf die Kobesenmühle, denn vor Beginn des Konzertes und nachher gebot er dem Dauerregen eine Pause, sodass alle Gäste im Trocknen zur Mühle und wieder nach Hause kamen.

Gourmet auf musikalisch

Stiftungspräsident Markus Lehmann freute sich, das Super-Trio zum dritten Mal in der Kobesenmühle begrüssen zu dürfen – und das Publikum wartete gespannt auf den Beginn. Wer das Quantett kennt, wusste – es wird spannend und gibt zu lachen. Der Variantenreichtum der drei Musizierenden, die Kombinationen und Rhythmen sowie die nuancenreiche Klangfarbe sind unglaublich und fast unerschöpflich.

Das 14. Programm zeigte sich als musikalisches Gourmenue, mit Schmackhaftem aus aller Welt. Capriole Suisse, Capriole Russe, Capriole Classique, Capriole Jazz und Capriole Hongroise waren die einzelnen Stationen – Musik aus unterschiedlichen Kulturen und Stilrichtungen. Das Quantett ist der Begriff für ein Trio, das zahlreiche verschiedenste Instrumente, also ein Quantum, beherrscht.

Wertvolles Instrumentarium

„Wir vermögen keine neuen Instrumente und spielen deshalb auf alten, diese gehen zurück bis ins Jahr 1580“, meinte Johannes Kobelt lachend. Das Instrumentarium ist exzellent erhalten. Es sind bekannte und unbekannte, rare und auch kuriose Streich-, Schlag-, Zieh- und Zupfinstrumente, die man in dieser Art nirgendwo hören kann.

„Viele der herrlichen Exemplare verschwinden leider oft in Privatsammlungen oder Museen und können ihre wunderbaren Töne nicht mehr zu den Menschen tragen. Der Ton dieser alten Instrumente ist unbeschreiblich seelenvoll“, erklärte Johannes Kobelt

Geistreicher Komponist

Der Schalk und Witz von Johannes Kobelt zeigt sich auch in seinen Kompositionen, oft präsentiert mit einem Augenzwinkern. Unter Einbezug grosser Meister schreibt er praktisch alles selber. Die Ursprünge vieler Kompositionen sind in Klassik, im alten Jazz, in der ungarischen und rumänischen Zigeunermusik, im alten Russland und in der Schweiz zu finden.

Die Kompositionen haben unkonventionelle Namen wie: Viertel-ab-achti-Polka, Glucks-Fall (in Bezug auf Willibald Gluck), Es isch be-durlich, Bach trifft Samba, Bach-ab und so weiter. Humorvoll präsentierte sich auch Adrian Bodmer – beim Spiel und bei der Ansage. Als Zugabe erklang eine Komposition von Duke Ellington sowie das wunderschöne „Air“ von Johann Sebastian Bach.

Das Trio bietet Musik auf höchstem Niveau. Alle drei sind ausgebildete und mehrfach diplomierte Musiker und haben nebst dem Blut einen grossen Anteil Musik in den Adern und im Herzen, die das gespannt und fröhlich zuhörende Publikum von Beginn an gefangen nehmen.

Jeder Einzelne zeigte sich einmal mehr als grosser Künstler und verstand, aus den Instrumenten Eigenart und Nuancenreichtum herauszulocken, sei es die grosse Bass-Balaleika, der Kontrabass oder die kleinste Concertina – und alles auswendig. Ob Katharina Kobelt die Bratsche, die winzige Tanzmeistergeige oder die Trichterviolone spielte, es war unglaublich virtuos und präzis – und sah so leicht und locker aus. Im Geiste konnte man Wilhelm Lehmann’s Figuren tanzen sehen.

Es spricht für sich, wenn man über vierzig Jahre auf der Tour ist und noch immer Säle füllt. Bestimmt verliessen die Gäste die Kobesen voller Glücksgefühle und nahmen die herrliche Musik mit in das Pfingstwochenende und den Alltag.

Vroni Krucker, Infowilplus.ch

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