Quantett Johannes Kobelt, das Instrumentalensemble ohnegleichen in Muttenz

Das traditionelle Neujahrskonzert des Kulturvereins Muttenz vom 10. Januar hielt auch dieses Jahr eine besondere Überraschung bereit. Das Quantett Johannes Kobelt, seit mehr als vierzig Jahren ein fester Begriff in der Kulturszene der Schweiz, überraschte die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem musikalischen „Gourmenue“ unter dem Titel „MusiCapriolen“, das betreffend Vielfalt und Ohrenschmaus keine Wünsche offen liess.

Ursprünglich ein Quartett – aus einem Druckfehler entstand der Name „Quantett“ – tourte das Ensemble schon bald als Trio durch die Schweiz und durch die halbe Welt und eroberte die Herzen des Publikums durch die ungekünstelte Natürlichkeit, den Charme des Auftritts und durch das enorme Können an diversen Instrumenten der Spitzenklasse.

Die drei Musiker beweisen eine stupende Virtuosität und bringen die Kompositionen und Arrangements von Johannes Kobelt mit Humor, einem Lächeln auf den Stockzähnen und mit viel Leidenschaft zum Klingen.

Schon wenn man den Konzertraum betritt, wird man der Besonderheit des Anlasses gewahr: unzählige Instrumente bevölkern schön drapiert und präsentiert die Bühne. Einzelne Instrumente gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück und als Prunkstücke sind unter anderen eine Violine und ein Cello von Guarneri – neben Stradivari der berühmteste Geigenbauer Italiens – zu bewundern.

Entsprechend der Qualität der Instrumente klingt das Musizieren der drei Virtuosen weich, beweglich und sonor. Sie spielen alle mindestens vier Instrumente auf professionellem Niveau, wobei etwa die Rarität der Trichtergeige oder der Mini-Concertina (eine Art Akkordeon) ein fröhliches Schmunzeln hervorriefen. Während Johannes Kobelt das Cello bevorzugt, ist Adrian Bodmer Meister der Zupfinstrumente und Katharina Kobelt glänzt als Geigerin. Aber je nach Stück spielen sie auch Akkordeon, Schwyzerörgeli, Saxophon, Balalaika oder Kontrabass.

In den verschiedenen Programmteilen – den „Caprioles“ – bekam man Musik aus den unterschiedlichsten Kulturen und Stilrichtungen zu hören. Ob schweizerisch, russisch, klassisch, ungarisch oder Jazz, alles klang authentisch und überzeugend.

Da es sich um Kapriolen handelte, durften der Witz und überraschende Wendungen nicht fehlen. Diese wurden oft durch die einfallsreiche und humorvolle Moderation eingeführt, aber auch die Kompositionen sind voller Kapriolen und musikalischer Überraschungen. Beim kurzweiligen Warten auf die nächste musikalische oder textliche Pointe verging die Zeit im Flug und nach 90 Minuten konzentrierten Musizierens – notabene auswendig! - hatte das Publikum noch nicht genug. Es folgten mehrere Dreingaben, bis man das Trio des „Quantetts Johannes Kobelt“ dankbar entliess. Ein stimmiger und wunderbarer Jahresanfang beim Kulturverein!

Beat Raaflaub

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