Amriswil TG

Schweizer Premiere mit dem 13. Programm EIN 5-STERN-MUSAIK

Aufstellendes Bühnenkaleidoskop

Das Quantett Johannes Kobelt überzeugte im Amriswiler Kirchgemeindehaus durch ein beispielloses, vielfarbiges und lustiges Konzert. Die zahlreichen Besucher der Schweizer Premiere des neuen Programms waren begeistert.

Menschen, die es mit ihrem Bühnenauftritt fertigbringen, schlechte Laune zu vertreiben, sind wahre Künstler. Das Quantett Johannes Kobelt scheint auch sonst ein Vorzeige-Ensemble zu sein. Denn trotz mehrerer Jahrzehnte Bühnenerfahrung spielt es so herzlich, unverbraucht und in technischer Hochform.

Lust an Instrumenten geweckt

Doch das Quantett mit Katharina Kobelt, Adrian Bodmer und Johannes Kobelt hat noch mehr Seiten, die beispielhaft sind, denn es ist vergleichbar mit einer lebendigen Wundertüte. Es ist in jeder Hinsicht vielseitig: Wer beherrscht zu dritt insgesamt 23 Instrumente virtuos und einwandfrei, und wer ist nicht zu müde, sie – alles Prachtexemplare – ans Konzert mitzunehmen?

Auf diese Art fungiert es als ein wanderndes Museum und weckt durch seine Spielweise in dem einen oder anderen Besucher die Lust, ein neues Instrument zu lernen.

Das Quantett ist nicht nur Botschafter der Instrumente, sondern beherrscht die Kunst der Diplomatie in der Welt der Musikstile. In fünf verschiedene «Musaik-Sterne», sprich Musikgalaxien, lockt es das Publikum. Die «Sternfahrt durch die Schweiz» etwa verläuft sehr multikulturell: Polkas werden gespielt, Schweizer Volksmusik erklingt statt mit Kontrabass mit Bass-Saxophon und Kontrabass-Balalaika.

Hin und wieder zitieren die gekonnten Kompositionen und Bearbeitungen von Johannes Kobelt bekannte Melodien und Werke, die sodann aufgelöst und reflektiert werden. So greift Johannes Kobelt an der Klarinette das Bach-Violin-Konzert in a-Moll, das Katharina Kobelt sehr ansprechend spielt, auf und gibt es in authentischer, jazziger Manier wieder.

Arabisch – Russisch – Chinesisch

Der Humor spielt auch sonst eine grosse Rolle. Mit Komik und Ironie markiert das Quantett die akribisch beobachteten Stilelemente, und zwischendurch philosophiert Adrian Bodmer auf Arabisch, Russisch und Chinesisch, jodelt («jodeli-jo, jodeli-nei») und skatet gekonnt. Mit Gitarre etwa übernimmt er die rhythmischen Streicherpartien bei Bach stilgerecht, um feurig zu «Samba de una nota» überzugehen. Sarah und Basil Pirijok

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